Die Immobiliensuche #1

Die Geschichte um die Immobiliensuche fängt bereits im Jahr 2010 an. Zu der Zeit war ich bereits bei meinen Eltern ausgezogen und wohnte im Kinderzimmer meines Freundes. Musste da selbstverständlich ein kleinen Anteil an Miete und Essensgeld zahlen.

Aber dennoch ist es ja kein richtiges Wohnen. Man fühlt sich nicht so “frei” wie in der eigenen vier Wänden oder bei den eigenen Eltern.

Also ging die Suche los. Am besten in Chemnitz, da ich dort arbeitete und deswegen war es einfach naheliegend. (darul arbeitete auch in der Nähe von Chemnitz.) Es dauerte nicht lange bis wir die erste Wohnung anschauten und jene war wirklich ganz niedlich. Für die erste Wohnung wäre sie vollkommen ausreichend gewesen. Doch die Vermieter wollten uns nicht. Wir waren ihnen zu jung und somit zu laut. Aha… Jung = Laut.

Aber egal, dass war nicht weiter schlimm und eigentlich auch gar nicht so erzählenswert. Doch bekannterweise muss ich diesen Monat auf 50.000 Wörter kommen! ;)

Danach folgten ein paar Wohnungsbesichtigungen, die ich während meiner Mittagspause oder nach meiner Arbeit erledigt habe. darul war nicht dabei, aber wenn mir eine Wohnung super gefallen hätte, hätte ich es ihm ja gesagt. Und so kam es auch, als wir unsere erste Wohnung fanden. Doch davor gab es noch eine Wohnung die tatsächlich erzählenswert ist:

Der Vermieter, der mit im Haus wohnte, war mir sofort total unsympathisch und ich war bereits da schon skeptisch. Er gab mir halt das Gefühl, dass er der Tollste ist und ich kuschen sollte um überhaupt eine Wohnung bei ihm zu bekommen. Im Flur erklärte er mir ein paar Dinge wie es mit der Wäsche geregelt sei und ich hörte eigentlich schon gar nicht mehr richtig zu. Eigentlich hatte ich in dem Moment die Wohnung schon abgeschrieben, aber da ich gerne Wohnungen anschaue, lief ich weiter mit.

Wir betraten den Flur und ich konnte nicht anders als ganze Zeit auf diesen grässlichen PVC-Boden zu starren. Er war krumm und schief, dazu richtig abgenutzt, dass keine Farbe mehr an den Stellen war, wo am häufigsten gelaufen wurde. Ich fragte nach, ob man etwas mit dem Fußboden machen kann. “Klar, Sie können Laminat darüber legen, aber wenn Sie ausziehen, muss das wieder raus”, sagte er.
Ernsthaft? Er wollte lieber diesen ollen Boden als neues Laminat?!

Dann wurde ich in die Küche geführt. Schock! Die Wand war schwarz!
“Hier gab es ein kleinen Brand”, erzählte er, als wäre es das normalste. Nicht nur, dass da eine scheußliche DDR-Tapete angesenkt an der Wand hing, nein… die halbe Wand war richtig schwarz und der Fußboden ebenso!
“Da können Sie ja darüber streichen”, meinte er.

Was? Ich soll das streichen? Ich würde eine verkohlte Wohnung bekommen?! Aber er beteuerte, dass der Geruch zumindest weg sei und darüber sollte ich mich schon freuen. Ernsthaft?

Wohn- und Schlafzimmer waren dann zwei normale Räume. Hässlicher PVC-Boden und olle Tapete, aber es waren einfach nur Räume. Doch dann kam noch das Bad. Ebenso aus der DDR entsprungen. Klar, sicherlich wurde die Wohnung das letzte Mal in der DDR renoviert. Aber muss man das so lassen? In Chemnitz gibt es so viele freie Wohnungen und der Vermieter tat noch so, als solle man stolz auf so eine Wohnung sein. So ein Schmuckstück aber auch!

In der Ecke stand zumindest ein riesiger Boiler für Warmwasser, die Toilette mit ollen Spülkasten (ein Wunder das es nicht mit einem Spülkasten ausgestattet war, wo man an einer Strippe zieht) und die Badewanne mit hässlichen Fliesen umkleidet.

Beim hinausgehen, warf ich noch einmal ein Blick in die Küche und konnte eigentlich gar nicht glauben, was ich da gerade erlebt habe. Es kam mir eher vor, als hätte ich ein Nickerchen in meiner Mittagspause gemacht und jenes endete in einem sehr schrägen Traum!

Wie ihr euch denken könnt, haben wir diese Wohnung NICHT genommen!

Habt ihr auch schon einmal so eine merkwürdige Wohnungsbesichtigung gehabt?!

2 Kommentare zu “Die Immobiliensuche #1

  1. Nein, noch nie, was bei meinem unsteten Lebensstil als S. ja eigentlich ein Wunder ist! ^^;;

    Nein, ernsthaft – habe da wohl ziemliches Glück bisher gehabt. Als ich Y. kennengelernt habe, ist er gerade in die Einliegerwohnung bei seinem O. gezogen; da war ich dann nach der Schule einfach ebenfalls heimisch (auch, wenn die Eltern natürlich oft fragen, wann die letzten Sachen abgeholt werden), aber dazu muss das Haus, das aus der EW geworden ist, erstmal einigermaßen fertig sein x.x

  2. Ich erinnere mich an einer Besichtigung, wo das Bad altrosa Fliesen hatte – viele davon gebrochen und beschädigt. Und der Waschmaschinenanschluß ragte ungefähr einen Meter über der rosa Badewanne… das war merkwürdig. Ansonsten sind Wohnungsbesichtigungen in HH eigentlich immer ätzend, weil man gefühlt mit 100 Leuten durch die Wohnug marschiert….

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